Heizen wird teurer! - Was kann ich tun? - Liekam
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Geldmaus

13 Nov Heizen wird teurer! – Was kann ich tun?

Letzte Woche kam durch alle Medien, dass das Heizen in Deutschland im Winter 2017 teurer wird. Nachdem in den letzten Jahren die Kosten für das Heizen eher gesunken sind, scheint es nun eine Trendwende zu geben und Heizen wird voraussichtlich wieder teurer werden. Diese Mehrkosten variieren jedoch je nach Brennstoff. Wer mit Öl heizt, hat höhere Mehrkosten zu erwarten, als jene, die mit Gas oder Fernwärme heizen. Doch nicht nur die Energiepreise spielen eine wichtige Rolle bei den Heizkosten, sondern vor allem auch Faktoren wie der Sanierungsstand des Hauses oder der Verbrauch der Bewohner. Doch was lässt sich tun, um die Heizkosten zu senken? Hier ein kurzer Überblick, was genau teurer wird und was sowohl Hauseigentümer als auch Mieter tun können, um die Heizkosten zu senken.

Der Heizspiegel für Deutschland 2017, der in der letzten Woche von der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt und in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Mieterbund e.V. veröffentlicht wurde, zeigt, dass im vergangenen Jahr für eine 70 Quadratmeter große Wohnung in einem Mehrfamilienhaus mit Erdgasheizung die Spanne für die durchschnittlichen Heizkosten zwischen 550 € und 1200 € lag.

Laut der Pressemitteilung schauen immer noch viele Eigentümer und Mieter auf die Entwicklung der Energiepreise und vergessen dabei, dass der Sanierungszustand eines Hauses und die Höhe des Verbrauchs sich deutlich in den Heizkosten widerspiegeln. In den letzten Jahren sind die Heizkosten vielfach trotz steigendem Verbrauch gesunken, da die Energiepreise niedrig waren. Doch laut des Heizspiegels ist für dieses Jahr mit einer Trendwende zu rechnen, d.h. man geht von steigenden Energiepreisen aus. Diese steigenden Preise trifft vor allem jene, die in ihrem Haus eine Ölheizung haben. Hier ist mit ca. 10 % Mehrkosten zu rechnen. Doch auch von einer Steigerung der Kosten für Gas und Fernwärme ist auszugehen. Hier werden ca. 2 % prognostiziert.

 

Was also können Hauseigentümer und Mieter tun, um Energie einzusparen und so die Energiekosten zu senken?

 

Hauseigentümer sollten den Sanierungsstand ihres Hauses genau unter die Lupe nehmen. Dazu sollten sie schauen, ob sie eine energieeffiziente und moderne Heizungsanlage mit einer modernen Heizungspumpe besitzen, wie es um die Fassadendämmung steht und ob das Haus über moderne und energieeffiziente Fenster und Türen verfügt.

Wenn der Eigentümer selbst oder seine Mieter feststellen, dass es in den einzelnen Zimmern nicht richtig warm wird, obwohl die Thermostate an den Heizkörpern aufgedreht sind, sollte vom Fachhandwerker nachgeschaut werden, ob das Heizsystem richtig eingestellt ist. Dieser kann einen hydraulischen Abgleich machen und die Anlage so optimal einstellen. Doch nicht nur der Verbrauch von Öl oder Gas ist ein Kostenfresser, sondern auch der Stromverbrauch. Hier sollte das Augenmerk besonders auf der Heizungspumpe liegen. Diese Pumpen sind das Herz im Heizkreislauf und verbrauchen ca. 20 % des gesamten Hausstroms. Somit ist an dieser Stelle eine Hocheffizienspumpe eine lohnende Investition.

Eigentümer eines Hauses sollten zudem prüfen, ob die Heizungsrohre isoliert sind. Sonst ist es in ihrem Keller gemütlich warm und die Wärme ist verloren gegangen, bevor sie oben an den Heizkörpern ankommt. Dies ist jedoch keine freiwillige Maßnahme, wie der Tausch eine Heizungspumpe, sondern seit der Energieeinsparverordnung (EnEV) sind isolierte Heizungsrohre eine Pflicht. Sind diese nicht isoliert, stellt dies eine Ordnungswidrigkeit dar.

Die Mieter bzw. Bewohner des Hauses können aber auch selbst einiges dazu beitragen ihre Heizkosten zu senken. Das beginnt schon beim Lüften. Auch im Winter sollte regelmäßig gelüftet werden, um Schimmel vorzubeugen. Jedoch ist es dabei besser, das Fenster für 5 bis 10 Minuten komplett zu öffnen als längere Zeit das Fenster auf Kipp zu lassen.

Parallel zum hydraulischen Abgleich, der durch den Vermieter veranlasst wird, kann auch der Mieter etwas tun, wenn er feststellt, dass die Heizkörper trotz geöffneter Thermostate nicht warm werden. Er hat die Möglichkeit seine Heizkörper schnell und unkompliziert selbst zu entlüften und damit Energie zu sparen, denn jede Luftblase bedeutet unnötige Energieverschwendung.

Kontrollieren sollte man als Mieter auch seine Fenster auf Dichtigkeit. Zugige Fenster können mit Dichtungsband aus dem Baumarkt schnell und günstig nachisoliert werden. Doch auch wenn die Fenster dicht sind, verliert ein Haus gerade über sie Wärme. Daher sollten Rollos, Jalousien und Vorhänge nachts geschlossen werden, damit hier keine Wärme verloren geht.

Wer auf das eine oder andere Vollbad verzichtet und stattdessen Duschen geht, spart auch hier, denn während ein Vollbad ca. 120 Liter Wasser benötigt, werden beim Duschen nur ca. 70 Liter verbraucht. Das warmes Wasser auch nur dann warm ist, wenn es vorher erwärmt wurde, vergessen viele Menschen beim Sparen von Heizkosten. Dabei macht die Erwärmung des Wassers ca. 12 % des Energieverbrauchs aus. Wer beim Duschen zudem noch einen Sparkopf (diese eignen sich nicht bei Durchlauferhitzern oder drucklosen Speichern) verwendet, spart zusätzlich, denn so ein Sparkopf mischt Luft unter den Wasserstrahl und führt so dazu, dass Wasser eingespart wird. Beim Sparen von Wasser ist jedoch auch Vorsicht geboten, denn wenn die Leitungen im Haus nicht ordentlich durchgespült werden, können diese verstopfen und so neue Kosten verursachen. Statt also ganz auf Wasser zu verzichten, könnte man die Hände mit kaltem Wasser waschen, denn was diese reinigt und von Keimen befreit, ist nicht die Wärme des Wassers (dazu müsste es kochendes Wasser sein), sondern die Seife, die auch bei kaltem Wasser ihre Wirkung entfaltet.

Jeder Mieter kann zudem schauen, ob seine Heizkörper sich in Nischen befinden. Da die Wände hinter den Heizkörpern in diesem Fall sehr dünn sind, geht hier eine Menge Wärme verloren. Diese Nischen können allerdings nachträglich gedämmt werden und so kann weitere Energie eingespart werden.

Wer in einem Mehrfamilienhaus wohnt, hat nicht die Möglichkeit seine Heizzeiten am Heizkessel festzulegen, denn dessen Heizzeiten gelten für alle Mieter des Hauses. Während der eine den ganzen Tag eine warme Wohnung benötigt, brauchen andere diese nur  vor und nach der Arbeit. Gleichzeitig ist es weniger schön Abends nach Hause in eine kalte Wohnung zu kommen, weil die Thermostate an den Heizkörper zugedreht waren. Hier helfen elektronische Thermostate an denen die individuellen Betriebszeiten an den jeweiligen Tagesrythmus angespasst werden können. Wer die Temperatur in Zeiten in denen er außer Haus ist und in der Nacht absenkt, heizt energieeffizient. Doch auch während man Zuhause ist, kann man einiges sparen, wenn man die Temperatur z.B. nur um einen Grad senkt. Den Unterschied zwischen 21 und 20 Grad im Wohnzimmer merkt man ausschließlich im Geldbeutel, denn bereits ein Grad spart einiges an Energie.

Schließlich ist zu beachten, dass Heizkörper nicht z.B. durch Vorhänge bedeckt sind oder Möbel davorstehen, denn sonst kann sich die Wärme nicht gleichmäßig im Raum ausbreiten, es bleibt kalt und Energie geht verloren.

 

Quellen:

 

Fünf Energiespartipps zum Tag des Energiesparens, online unter: Artikel zum Tag des Energiesparens 2017 (letzter Zugriff: 9.11.2017)

Neuer Heizspiegel für Deutschland: Deutlich geringere Heizkosten in energetisch besseren Häusern, online unter: Heizspiegel für Deutschland 2017 (letzter Zugriff: 9.11.2017)

Richtig heizen leicht gemacht: die besten 15 Tipps zum Heizkosten senken und energieeffizienten Heizen, online unter: Richtig heizen: die 15 besten Tipps (letzter Zugriff: 9.11.2017)

Trendwende bei den Energiekosten. Heizen wird wieder teurer, online unter: ZDFheute Nachrichten (letzter Zugriff: 9.11.2017)